Massenprotest gegen Goldmine am “Tag der Erde”

Von Torge Löding (Voces Nuestras)

(San José) Rund 8.000 Menschen demonstrierten in Costa Ricas Hauptstadt am Donnerstag vormittag, dem “Tag der Erde”, gegen das umsrittene Goldminentagebauprojekt “Las Crucitas” im nördlichen Grenzgebiet mit Nicaragua. Vor wenigen Tagen hatte der Oberste Gerichtshof erwartungsgemäß dem Druck der scheidenden Regierung Oscar Arias nachgegeben und den zuvor verhängten Stopp des Vorhabens wieder zurück genommen. Bereits seit 18 Jahren kämpfen Anwohner und Umweltschützer gegen den kanadischen Bergbaukonzern “Infinito Gold Ltd.”und dessen zerstörerisches Vorhaben.

Umfragen belegen, dass bis zu 80 Prozent der Costaricaner gegen das umstrittene Projekt sind. Die neu gewählte Präsidentin Laura Chinchilla (ebenfalls PLN) ist sich dessen bewusst und erklärte bereits im Wahlkampf, dass auch auch sie Goldminentagebau ablehne. “Wenn die Präsidentin das ernst meint, dann muss sie nach der Amtsübernahme am 8. Mai als erstes die Erklärung des nationalen Interesses von Arias zurücknehmen und sofort ein Moratorium über alle Goldminenprojekte verhängen”, sagte Fabian Pacheco vom Umweltverband FECON. Das scheint indes wenig realistisch, denn Infinito Gold hat bereits angedeutet, dass es im Zweifel handeln würde wie der Konkurrenzkonzern Pacific Rim in El Salvador. Dieser verklagte den Staat auf 100 Millionen US-Dollar Entschädigung , weil er ihn aus ökologischen Gründen die Förderlizenz verweigerte. Das ermöglicht das CAFTA-DR-Freihandelsabkommen, dem auch Costa Rica angehört. Dieses stellt Konzerninteressen über nationale Gesetze und Verfassungen. Laura Chinchilla gehört erklärter Maßen zu den entschiedensten Verfechtern dieses neoliberlalen Instruments.

Seit der Niederlage beim Referendum über die CAFTA-Ratifizierung im Oktober 2007 waren den Demoaufrufen sozialer oder ökologischer Organisationen nie mehr als wenige hundert Aktivisten gefolgt. Der relative Erfolg am “Tag der Erde” könnte einen Neuanfang der vormals starken Bewegung markieren.

Der Autor arbeitet für das unabhängige Kommunikationszentrum Voces Nuestras