Karibikhäfen: Für den Erhalt des Sozialmodells

Legitime Gewerkschaftsführung trotzt Repression und stellt sich gegen Privatisierungsbefürworter um Präsident Arias

Von Torge Löding (Voces Nuestras), San José

Der legitime Vorstand der Hafenarbeitergewerkschaft SINTRAJAP in der Karibikprovinz Limón bleibt standhaft in seinem Kampf gegen die Privatisierung der Häfen Limón und Moin. Auf einer Vollversammlung in der Traditionsgaststätte “Black Star Liner” am 04. März 2010 stellten sich die Hafenarbeiter einmütig hinter ihren legitimen Vorstand.

Im Januar hatte eine Gruppe von Privatisierungsbefürwortern entgegen den Gewerkschaftstatuten zu einer Versammlung gerufen und sich als neuen Vorstand installiert. Obwohl das bei fehlendem Quorum der Mitgliedschaft und angesichts der Tatsache, dass die Amtszeit des legitimen Vorstands erst im Januar 2011 endet, ein Verstoß gegen alle demokratischen Spielregeln ist, erkannte das Arbeitsministerium den ihm politisch genehmen Putschvorstand an. Die Internationale Transportarbeiter-Föderation (ITF) nannte dies einen Verstoß gegen die Konventionen der Internationalen Arbeitsorganisation (ILO) 87 und 98.

Nach seinem Amtsantritt im Mai 2006 hatte Präsident Óscar Arias auf einer Europareise erklärt, die wichtigen Karibikhäfen privatisieren zu wollen. Diese Politik will die frisch gewählte Präsidentin und Parteifreundin von Arias, Laura Chinchilla, fort führen. SINTRAJAP lehnt dies ab, denn sie sieht darin nicht nur eine Gefahr für die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten, sondern auch für ein einzigartiges Sozialprojekt: Die öffentliche Hafengesellschaft JAPDEVA ist verpflichtet, einen Großteil der Gewinne in den Bau von Schulen, Brücken, Straßen und Gesundheitszentren zu investieren. Außerdem vergibt sie Kredite an Kleinbauern und an Schüler aus armen Familien. Internationalen Investoren, die begierig auf das Filetstück in der Karibikprovinz schauen, ist diese Sozialverpflichtung freilich ein Dorn im Auge. Die Provinz Limón gilt als die ärmste Costa Ricas.

Internationale Solidaritätsbotschaften können gesendet werden an: soliCR@gmx.net


Der Autor arbeitet für das unabhängige Kommunikationszentrum Voces Nuestras in San José, Costa Rica.

Wetter in Costa Rica: Der “kleine Sommer” hält Einzug

(San José) Für dieses Wochenende ewartet das Metereologische Institut (IMN)von Costa Rica den “kleinen Sommer von San Juan”. Dieser Veranillo de San Juan ist ein Wetterphänomen, dass die Regenzeit unterbricht und einige Tage Superwetter garantiert. Damit unterbricht es die Regenzeit, die im Mai eingesetzt hat. Unter Costa Rica-Reisenden gilt Mitte Juni deshalb als Geheimtipp.

Das Wetter in Costa Rica kennt zwei Jahreszeiten: Die Trockenzeit von Dezember bis April und die Regenzeit von Mai bis November. Letztere wird im Tourismus auch „grüne Saison genannt“. In der Regel grüsst auch zwischen Mai und November ein blauer Himmel und Sonnenschein am Morgen. Gegen Mittag ziehen dann erste Wolken auf, um sich später in kurzen, aber heftigen Schauern zu entladen. Ein Wetter also, das sich nicht mit Regentagen in Deutschland vergleichen lässt.

Ein anderer Wetter-Geheimtipp ist eine Reise an Costa Ricas Karibikküste Ende September / Anfang Oktober. Dann herrschen dort in der Regel wunderbare klimatische Verhältnisse, die karibische See ist glatt wie ein Spiegel und eignet sich hervorragend zum Schnorcheln und Tauchen.

Die Durchschnittstemperatur in dem tropischen Klima liegt bei 22º C (72º F). An den Küsten liegt diese deutlich höher. Die zentrale Hochebene, wo sich auch die Hauptstadt San José befindet, gilt aufgrund der moderaten Temperaturen als die klimatische Zone des „ewigen Frühlings“.

Aufgrund der Lage zwischen 8° und 11° nördlicher Breite befindet sich Costa Rica in den Tropen, allerdings differieren die Niederschläge erheblich. In San José fallen im Jahr 1867 mm, in Puerto Limón an der Karibikküste mit 3518 mm fast doppelt so viel.

Die Landesgeographie ist der Grund dafür, dass sich in Costa Rica verschiedene mikroklimatische Zonen finden, sprich nur wenige Kilometer weiter kann das Wetter schon ganz anders sein. Augrund dieser klimatischen Eigenschaften und der Topographie gibt es in Costa Rica verschiedenste Waldformen: Nebel-, Regen-, Trocken- und Übergangswald.

Aktuelle Informationen über das Wetter finden sich auf der Website des Meteorologischen Instituts von Costa Rica (IMN). Wer kein spanisch versteht, klickt am besten auf diese leicht verständliche Wettervorhersage für die nächsten Tage: www.imn.ac.cr/IMN/MainAdmin.aspx?__EVENTTARGET=PronosticoTiempo

(tol)