Gemeindetourismus

Was ist Gemeindetourismus?

Gemeindetourismus ist eine besondere Art von Ökotourismus. Dabei steht das Kennenlernen des “normalen” Lebens von “normalen” Leuten im Gastgeberland im Vordergrund. Gemeindebasierter, ländlicher Tourismus bietet nicht nur dem Urlauber eine unvergessliche Erfahrung; er dient als Werkzeug für die ländliche Entwicklung. Der Weg zum Erfolg ist steinig, nicht jede Region bietet sich dafür an. Aber die Erfahrung im mittelamerikanischen Costa Rica hat international Modellcharakter und findet nun erste Ableger in anderen Ländern der Region.
costa-rica-waterfallrc3(c) Fabrizio Chiodini

Vor acht Jahren begannen Experten verschiedener Nichtregierungsorganisationen der Nichtregierungsorganisationen den Beratungsprozess in Costa Rica; zum Beispiel mit Akteuren aus der Gegend um den Vulkan Arenal in der Zona Norte (Nordzone). Achtzig Campesino-Familien in der Region zwischen Vulkan Arenal und dem Rio San Juan, dem Grenzfluss mit Nicaragua, beteiligen sich heute an dem Netzwerk Vacaciones con familias campesinas (Urlaub mit Bauernfamilien), das koordiniert wird vom ökologischen Landjugendverband JAZON (Jovenes Agriecologistas de la Zona Norte).

Ländlicher, gemeindebasierter Tourismus

Das staatliche Institut für Tourismus (ICT) hat erklärt, den ländlichen, gemeindebasierten Tourismus zu fördern. Diese Art von Tourismus definiert es so:

  • Die Einbindung der Naturschätze (Attraktionen) und das Alltagsleben der ländlichen Gemeinde.
  • Die Förderung und Eingliederung der umweltverträglichen Produktivität in das Tourismusangebot.
  • Das Anpassen der Tourismuserlebnisse an das Leben und die ländliche Dynamik an und der Erhalt der “Ländlichkeit” (als Aushängeschild von Ursprünglichkeit, Eigentümlichkeit, Einfachheit, gastfreundlicher Umgebung und Gemütlichkeit sowie der ländlichen Authentizität des Landes).
  • Die Unterstützung bei der Durchführung und Teilnahme und dem lokalen Zusammenhalt als Triebfeder für die lokale Organisierung, bei welcher eine Vielzahl von Familien oder die gesamte Gemeinde involviert sind
  • Einbindung der lokalen Bevölkerung in diese Unternehmensaktivität und die gerechte Verteilung der Erträge und die Erweiterung und Diversifikation des Einkommens der ländlichen Familien. Die Förderung des Erhaltes von Grund und Boden seitens der lokalen Bevölkerung.
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    (c) Fabrizio Chiodini

    Das Costarikanische Tourismusinstitut (ICT) hat zur Förderung des Ländlichen Gemeindetourismus in Zusammenarbeit mit dem Organisationenbund einige grundlegenden Prinzipien entworfen, die dazu dienen, die Entwicklung des ländlichen Gemeindetourismus zu garantieren:

  • Ökologische und umweltfreundliche Tourismusangebote, die eine umweltverträgliche Nutzung der Ökosysteme fördern. Dies beinhaltet eine Evaluierung der Auswirkungen der Tourismusaktivität auf die natürliche Umwelt und die Schaffung von Verbesserungsmaßnahmen und nutzbringenden Praktiken zur Vermeidung derartiger Auswirkungen, welche die Integrität dieser Ökosysteme gefährden.
  • Die Berücksichtigung von Ausbildungsmöglichkeiten im Rahmen des Umweltschutzes und des Produktangebotes zu Gunsten der Stärkung einer Umweltkultur.
  • Eine ganzheitliche Betrachtungsweise des ländlichen Gemeindetourismus und seiner Wechselwirkung mit anderen ökonomischen- und sozialen Aktivitäten.
  • Das Setzen von Prioritäten bei Verhandlungen, die das Kernstück für weitere Verhandlungen bilden.
  • Der Versuch von Betriebsabsprachen mit dem Ziel der Vereinfachung von Absatz- und Marketingkanälen.
  • Die Förderung der Vielseitigkeit und Innovation des Angebotes im Hinblick auf die Schaffung und das umweltfreundliche Nutzen der Natur- und Kulturschätze.
  • Das vorrangige Schaffen von Mechanismen zur Gewährleistung gerechter Verteilung der aus dem Tourismus erzielten Erträge auf lokaler- und regionaler Ebene sowie die Entwicklung von bedeutenden Netzwerken innerhalb der Gemeinden.
  • Der Schutz und die Entwicklung kultureller Werte.
  • Förderung der Teilnahme von Frauen auf aktiver und entscheidungsfähiger Basis.
  • Die Förderung der sozialen Integrität der Randbevölkerung, darunter auch die ethnischen Gemeinden.
  • Die Gliederung und die lokale genossenschaftliche Organisation von Tourismusangeboten.
  • Der Nutzen von vergleichsmäßigen Vorteilen und der lokalen öffentlichen Hand, die für die gesetzlich verankerte soziale Sicherheit zuständig ist.
  • Förderung einer ganzheitlichen Tourismusqualität mittels Ausbildungsprogramme in den Gemeinden.
  • Der ländliche Tourismus erwächst aus der Notwendigkeit heraus, ökonomische Alternativen zur Aufbesserung der Einkommenssituation der Familien auf dem Land zu schaffen. Diese Familien stehen einem ländlichen Entwicklungsmodell gegenüber, das durch die Ausbeutung der Naturressourcen und ein über mehr als 20 Jahre herrschendes Ungleichgewicht, dem ländlichen Gemeindeverbund Schaden zugefügt hat. In Folge dessen kam es in der Entwicklung der Zivilbevölkerung, die auf die Bestellung ihres Grund und Bodens ausgerichtet ist, zu Verlust von Arbeitsplätzen und Abwanderung.

    Der Organisationenbund zur Förderung des Ländlichen Gemeindetourismus schafft nun Raum für die Koordination und das Einleiten von Maßnahmen seitens der Gemeinden und Organisationen zur Vereinfachung der Schaffung von Voraussetzungen, bei welchen der ländliche Gemeindetourismus sich in ein Instrument für den lokalen Fortschritt verwandelt.

    Das Vorhaben des Bündnisses hat einen Arbeitsprozess zwischen den Organisationen des Bundes und den öffentlichen Institutionen eingeleitet, welche darauf ausgerichtet sind, die Initiativen des ländlichen Gemeindetourismus als Initiativen zur lokalen Entwicklung zu fördern.“
    Weitere Infos: http://www.visitcostarica.com/ict/paginas/turismoRural.asp